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Karpfen
Von tierischem Niederschlag, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Pfingsten 1867 berichtet der Naturforscher und Historiker Dr. Ernst Boll (1817-1868). Dr. E. Boll gilt als einer der Begründer der Naturforschung in Mecklenburg.
Fischregen in Pommern und Mecklenburg. — Die „Post“ enthält folgende Mitteilung:
In der Nähe von Stargard in Pommern, unweit des Bahnhofes Dölitz regnete es am ersten Pfingsttage, dem 9. Juni 1867, tüchtig — Fische! Dieser Fischregen erstreckte sich über einen beträchtlichen Flächenraum, und es gelang dem Einsender dieses, in kurzer Zeit auf der Feldmark eine Zigarrenkiste voll zu sammeln, von denen die meisten, ins Wasser getan, bis zum 11. lebten. Die Fische waren durchschnittlich einen Finger lang und ½ bis 1“ breit, und gehörten zur Gattung der sogenannten Weiß- oder Grätenfische. Sie sind ohne Zweifel durch eine Wasserhose einem der zahlreichen Seen dortiger Gegend entführt worden, müssen jedoch eine bedeutende Strecke durch die Luft getragen worden sein, weil Niemand aus der nächsten Nachbarschaft ein derartiges Phänomen beobachtet hat. — Da im Aberglauben des gemeinen Mannes Fische Geld bedeuten, so hofft derselbige auf eine ergiebige Ernte und gute Preise, wozu auch alle Aussichten vorhanden sind. — (Die Wahrheit dieses Faktums wird dem bezeichneten Blatte durch einen Medizinalbeamten in Bernstein verbürgt.)“
Ähnliche Fälle sind aus Mecklenburg bekannt und zum Teil auch schon in unserem Archiv berichtet. Der älteste, von welchem uns gemeldet wird, trug sich bei Lärz zu, wo eine Wasserhose Fische aus der Müritz über Wiese und Feld warf (Archiv XII. 75); ebenso wurden bei Stuer durch die Wasserhose am 31. Juli 1795 Löcher in die Berge gerissen und mit Wasser angefüllt, in denen man kleine lebendige Fische und Krebse (ohne Zweifel aus dem Plauer See stammend) fand (Archiv a. a. O.). Auch die im Archiv XII. 88 beschriebene Wasserhose vom 28. Mai 1828 streute über die Feldmark des Dorfes Kratzburg eine Menge von Fischen aus, die zum Teil selbst von ansehnlicher Größe waren.
Dr. E. Boll, Vereinsekretär
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