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Wenn die raus kommen, dann geht es uns wieder gut. Und tatsächlich. Während der Igel wieder mit einem Eimer Kohlen und der Tageszeitung unter dem Arm (Igel-Arm) in den Laubhaufen schlurft, höre ich im Auto schon die „weisen Stimmen“ der prognostizierten Zukunft. Die habe ich vermisst! Seit einiger Zeit wurde es sehr still um diese „Experten“, aber nun klappen sie den Schnabel wieder auf wie tschilpende Rotkehlchen im Nest. Heimlich haben sie Radio gehört und Monat für Monat drangen immer wieder die gleichen Text-Blöcke an ihre Ohren:

 

Das deutsche Wirtschaftswachstum ist im letzten Monat mit 0,4 % stärker ausgefallen als von Experten erwartet. Die Experten schätzen nun, dass es sich weiter um 0,5 % erhöht. Das würde mit ihren Vermutungen übereinstimmen, die sie für das Vorjahr getätigt hatten, wo sie sich um 2 % geirrt hatten. Gesetzt den Fall, die Experten behalten wie immer Recht und verschätzen sich nicht um mehr als 5 %, wird die Wirtschaft im nächsten Jahr gewiss um 5 % wachsen. Oder schrumpfen. Vielleicht“.

 

So geht das jahrein jahraus. Und nun können sie endlich wieder mitspielen und an der Pommes-Bude unseres Glückes oder Peches ihren Senf dazu geben. Haben wir eigentlich Angst, wenn wir keine Experten zu allem Kram befragen können? Vermutlich, denn wir lassen uns ja auch von Tiergestalten (Spee-Fuchs) oder glatzköpfigen Comic-Piraten (Meister Proper) erklären, welches Waschmittel billiger ist und so sauber den Boden scheuert, dass man sich drin spiegeln kann wie Narziss im Teich.

 

Waldverwüstung durch die Nonnenraupe aus der Familie der Nonnenmacher.Aber wieso verplempern wir eigentlich Steuergeld und Zeit beim Zuhören und dem Unterstützen solcher „Weisen“, die immer wieder falsch liegen und die wirklichen Einschläge im Gebälk vom Börsencrash 1929 bis zu den US-Anschlägen 2001 nicht vorhergesagt haben? Solche Ereignisse haben die Wirtschaft immer langfristig verändert, mit und ohne Schlaumeier mit windigen Statistiken. Auch ohne Studium versteht man, dass es natürlich die Börsen enorm interessiert, ob Deutschland oder Frankreich hunderte Panzer an die Türkei verkauft oder vor Brasiliens Küste oder der Arktis künftig noch viele Ölfelder gefunden werden. Wer hat denn von unseren „Weisen“ prognostiziert, dass das Emirat Katar für eine geschmeidige elfstellige (!!!) Eurosumme sich von der sonst so verschrienen Deutschen Bahn einen Riesen-Auftrag holen würde?

Das Leben und die Entscheidungen in jeder Firma werden durch so viele unvorhersehbare Dinge beeinflusst, dass es einfach unrealistisch ist, wirtschaftliche Entwicklungen in größeren Abständen zu „schätzen“. Die „Experten“ können ja nicht einmal ein Quartal absehen!

 

Und die Wirtschaftswissenschaftler wundern sich immer wieder, dass man ihre Wissenschaftlichkeit anzweifelt. Volkswirte erhalten manchmal Nobelpreise, weil sie herausfinden und schön in Formeln und abstruse Wörter packen, wie man den kleinen Mann noch mehr schröpfen kann und die Schrauben in Firmen noch enger ins Perverse ziehen kann (Effizienzsteigerung, Produktionsoptimierung, Wertschöpfung), so dass ja alle Raucherpausen notiert und alle Personalkosten und überflüssige Menschlichkeit eingespart werden. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Natur und die Menschheit immer einen neuen, unbekannten Weg finden. Jeder z. Bsp., der vor 5 Jahren noch über verstaatlichte Banken gesprochen hätte, wäre vermutlich in eine mehr oder minder geschlossene Abteilung gekommen. Aber heute sieht die Welt in manchen Dingen anders aus.

 

Warum also brauchen wir solche angeblichen Fachleute? Damit wieder einmal eine Kommission EU-Richtlinien umsetzt und in Mecklenburg Seilbahn-Gesetze verankert, obwohl es gar keine Berge hier gibt?

 

Was kommt als nächstes? Eine Wüsten-, Oasen- und Kamelrichtlinie für Finnland? Ich melde mich freiwillig, um für 50.000 Euro herauszufinden, ob das notwendig ist!

 

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