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Prof. Dr. Siegfried AkkermannVermutlich geht es auch anderen Beziehern mehr oder weniger auskömmlicher Altersrenten so wie mir - das bunte Treiben von „Hier und Heute“ wird einem gelegentlich „etwas zu viel“, es stellen sich Empfindungen ein, in denen Ruhebedürfnis und eine leise Resignation bestimmend sind.

Wenn sich - z. B. - meine Enkelkinder über die aktuellen Spitzenreiter in den „Charts“ der Pop-Musik austauschen, fühle ich mich „gesprächstechnisch völlig out“. Das Sinnen über Vergangenes, vorzugsweise über die eigenen Kindheits- und Jugendjahre, aktiviert dann Erinnerungen mit angenehm empfundener Vertrautheit, obwohl - von ihrem sachlichen Inhalt her - diese Erinnerungen im Zusammenhang mit der damaligen Kriegs- und Nachkriegszeit zumeist keineswegs von überwiegend erbaulicher Substanz sind.
Aber diese vertrauten Erinnerungen sind nur uns Alten vorbehalten, selbst unsere mittlerweile in den sog. „besten Jahren“ angelangten, etwa in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts geborenen leiblichen Kinder teilen sie nicht mit uns, können sie aus sachlogischen Gründen nicht mit uns teilen; ihr spontanes Interesse an diesbezüglichem Gespräch hält sich folglich zumeist in „engen Grenzen“.
Nun, das alles sind sicher sehr banale Alltagserkenntnisse.
Sollten wir Alten uns mit dieser „Faktenlage“ abfinden, sie gar als unabänderlich gegeben akzeptieren?
Oder sollten wir dies nicht tun?
Ich bin geneigt, nachhaltig das letztere zu empfehlen!
Geschichtsbewusstsein, vor allem das spezielle Bewusstsein zur jüngeren Geschichte des eigenen Umfeldes, unterstützt in aller Regel erheblich die soziale Gruppenstabilität, ist ein spürbar förderliches Element für die Entwicklung und Ausformung eines bewussten Sozial-Verhaltens.
Gerade wir Alten, inzwischen im 8., 9., oder gar schon im 10. Lebensjahrzehnt Stehenden, haben ein ureigenes Interesse daran, sind doch insbesondere wir oft - und im Verlauf des Fortschreitens unserer Alterung immer öfter - auf fürsorgliche Hilfe und Unterstützung angewiesen !
Also, tun wir etwas für ein gutes soziales, „belastbares“ Klima in unserem unmittelbaren sozialen Umfeld !
Bemühen wir uns um das Gespräch über unser persönliches Werden und Wachsen nicht nur unter uns Altersgefährten, sondern auch mit unseren Nachgeborenen !
Doch nie sollte dies mit der Attitüde der Besserwisserei, gar mit einem „ständig erhobenen Zeigefinger“ versucht werden.
Die uns nachfolgenden Generationen haben ihre eigenen Problemstrukturen, Lebens-Herausforderungen, ihre eigenen Sorgen und Erfolgserlebnisse - sie müssen i h r Leben in ihrer Zeit meistern, das sich von unseren einstigen Lebensabschnitten voller Leistungskraft zumeist erheblich unterscheidet.
Eine platte „Klaukschieterie aus der Methusalem-Perspektive“ wird dann - im günstigsten Falle - als zeitfern und unpassend angesehen.

 

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