| Foetorius Lutreola Keys. et Blas. — Der Nerz |
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Anfang Septembers 1858 ging ich eines Morgens mit dem Lehrer Herrn Wüschen-Teterow, im Schlossgarten zu Ludwigslust spazieren. Als wir zu der katholischen Kirche kamen, bog ich nach dem Wasser, um Neckara dendroides mit Frucht zu sammeln. Kaum da, rief Müschen mir zu, was dort für ein Tier sei. Ich sah auf und erklärte es für einen Nerz.
— Da der Nerz auf zwei Schritte bei mir vorüber musste, stieß er einen durchdringenden hellen Ton aus, und roch die Stelle, wo er vorüberkam nachher stark bisamartig. In einem Erdloch am Uferrand, hart über dem Wasser, verschwand er. Sein ganzer Habitus hat Ähnlichkeit mit einem Fischotter, doch war seine Länge sicherlich noch unter 2 Fuß. Die Farbe seines Körpers war dunkelbraun, schien nach dem Bauche heller zu werden und — erinnere ich mich dessen genau — die Beine zeigten sich fast schwarz. Die Unterlippe war weiß, die Oberlippe hatte vorne dieselbe Farbe, auch schien es mir, als ob sich unter dem Halse etwas Weißes zeigte. Im Jahre 1846 sah ich am Bache zu Ankershagen ein ähnliches Tier, und dies gibt mir die Gewissheit, dass der Nerz in Mecklenburg, namentlich im südöstlichen und südwestlichen Teil, sich noch mehr findet, als man glaubt; er wird indes, da er ein scheues Tier ist, nur selten gesehen. Aus Pommern und Hannover habe ich auch Kunde erhalten von dem Vorkommen des Nerzes. Dargun. C. Struck. Aus: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, Band 13, herausgegeben von Ernst Boll, 1859 |

Erkan Grantlhuber - 