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Mecklenburger Königsapfel
Aus: "Deutsches Obstcabinet in naturgetreuen fein colorirten Abbildungen und Fruchtdurchschnitten." Prof. Dr. E. Langenthal 1853
(scheint bis jetzt nicht beschrieben). Frucht zweiten Ranges, gehört zu den Calvillen.
AA. Die Frucht von der Kelch- und Stielseite. B. Dieselbe nochmals im schwacher geröteten Zustande, doch ist die Form an diesem Exemplare wenig ausgeprägt. — Dieser schöne und gute, im Mecklenburgischen sehr verbreitete Apfel ist in seiner Gestalt sehr veränderlich. Wie er hier unter AA abgebildet ist, erscheint er plattrund, doch nach dem Kelche zu immer als mehr nach dem Stiele hin abnehmend und auch so, daß die größte Breite in der unteren Hälfte liegt. Bisweilen baut er sich auch noch stärker plattrund, nach oben und unten ziemlich gleichstark abgerundet, so daß er in der Mitte am breitesten ist, öfters aber noch nimmt er eine ziemlich konische, oben und unten stark abgestumpfte Form an.
In seiner plattrunden Gestalt hatten die verschiedenen Früchte bei 2 ½ Zoll Höhe 3 Zoll Breite, in der kegelförmigen Form waren sie bis 2 3/4 Zoll hoch und in der Nähe des Stieles bis 3 Zoll breit. — Die Grundfarbe der etwas starken glatten Schale ist hellgrün, später blassgelb, sie ist aber fast ringsum mit einem hellen Carmoisinrot überdeckt und in diesem gröber und feiner dunkeler rot gestreift, an der Sonnenseite auch mit demselben dunklen lackartigen Rot verwaschen, so dass er dann wie auf der Abbildung dunkelpurpurrot erscheint. In diesem Rot gewahrt man noch Punkte und Fleckchen des helleren Rots und es sind auch in der helleren Röte der Schattenseite noch lichtere undeutliche Punkte und Streifchen bemerklich, aber die gelbliche Grundfarbe blickt dabei öfters hie und da noch durch. Außer einigen schwärzlichen Lederfleckchen ist kein anderes Abzeichen wahrzunehmen, doch ist der Apfel am Baume stark bläulich beduftet und sieht deshalb unreif etwas düster aus.
C. Die Frucht im Längsschnitte. Der Kelch ist graugrün, großblättrig, meist geschlossen und sitzt in ziemlich tiefer und enger, oft mit starken, oft aber auch nur mit schwachen Falten besetzter, meist gelblichgefärbter Einsenkung. Die Kelchröhre ist kurz. Das Kernhaus ist hohlachsig, die Kammern sind meist groß und mehr oder weniger offen, und enthalten mittelgroße braune ziemlich starkspitze Kerne. Der Stiel ist meist kurz, doch von verschiedener Dicke und sitzt in einer ziemlich tiefen und engen trichterförmigen Höhle, die mitunter etwas berostet ist.
Bemerkungen
Das Fleisch ist weiß oder gelblichweiß, unter der Schale bisweilen schwachrötlich, auch ist die Ader ums Kernhaus mitunter etwas rötlich gefärbt, es ist fein, zart und mürbe, von recht gutem, süßweinigen, etwas himbeerartigen gewürzten Geschmack. Auch riecht die Frucht angenehm, wenn auch nicht stark. Die Reife beginnt im Dezember, und am besten ist der Apfel im Januar und Februar, später wird er meist mehlig. Er ist zu allen Zwecken, auch für die Tafel sehr brauchbar, die er als schöne Frucht ziert und ist in seiner Heimat deshalb sehr beliebt. Der Baum wächst gut, wird groß und reichlich tragbar.
Wie uns Herr Jahn schreibt, hat er den Apfel in mehrfachen Sendungen von Herrn Dr. Rudolphi in Mirow erhalten und hiernach die zu seiner Beschreibung uns mitgeteilten Notizen entworfen, auch die ihm zugleich gesendete Abbildung des Apfels, die wir benutzt haben, mit beigelegt. Jahn teilt uns zugleich mit, daß dieser Mecklenburger Königsapfel in Norddeutschland vielfach als Roter Wintercalvill gehe, mit welchem er indessen außer der Farbe wenig Ähnlichkeit habe. Es sei dieser doch eine noch edlere und länger dauernde Frucht, die im Illustr. Handb. der Obstkunde von von Flotow recht gut abgebildet und beschrieben, deren Baum aber leider wenig tragbar und weshalb der Apfel selbst immer noch so wenig bekannt sei. Mit den von Diel beschriebenen 3 Königsäpfeln habe er den vorliegenden verglichen, auch mit Müschens Königin Apfel, doch habe er keinen Anhaltepunkt gefunden, am ersten noch könne es einer von Zink's roten Wintercalvillen, Taf. VIII Nr. 61 oder 66, sein.
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