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DEUTSCHE BILDER – WÜRZBURG 1900
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 25. Oktober 2009 um 12:04 Uhr

Herausgegeben und gewidmet von den Firmen Mich. Weymann (Farbmalz- und Caramelmalz-Fabrik) Bamberg in Bayern und Johann Baptist Weymann (Farbmalzbier-Brauerei) Potsdam

Würzburg: Fürstbischöfliche Residenz Würzburg: Fürstbischöfliche Residenz

Würzburg: Fürstbischöfliche Residenz

Über dem großen, weißen Platz erblickt man die geistvoll geformte Masse des Residenzschlosses, nicht ahnend, welche Fülle an künstlerischen Werten innerhalb dieser Größe wohnt. Der barocke Wunderbau stammt von Balthasar Neumann aus den Jahren 1720-1744. Bauherren waren die kunstverständigen Fürstbischöfe Johann Philipp Franz und Friedrich Carl von Schönborn. Der gewaltige Sandsteinbau besteht aus einem Mittelbau mit zwei Seitenflügeln, geteilt in vier Höfe, fünf Säle, 312 Gemächer und eine Kirche. Die Gesamtbreite des Baues beträgt 107 Meter.

 



Würzburg: Mittelbau der Residenz mit Frankoniabrunnen Würzburg: Mittelbau der Residenz mit Frankoniabrunnen

Würzburg: Mittelbau der Residenz mit Frankoniabrunnen

Reicher plastischer Schmuck steigert die festliche Stimmung am Mittelrisalit reizvoll ist die Ornamentik die den Fenstergiebeln Leben gibt. Nach Durchschreiten einer Vorhalle gelangt man zum berühmten Stiegenhaus mit seinem den ganzen Raum überspannenden Spiegelgewölbe in seinen gewaltigen malerischen Effekten ein Wunderwerk von blendender Kompositionskraft. Giovanni Tiepolo war der Meister der das Stiegenhaus und noch mehrere Räume der Residenz mit Fresken zu schmücken hatte. Voll Bewunderung bestaunt der Besucher die außergewöhnliche Frische der Farben. Die Brunnenfigur stellt Walther von der Vogelweide dar . . .



Würzburg: Hofgarten mit Seitenflügel der Residenz Würzburg: Hofgarten mit Seitenflügel der Residenz

Würzburg: Hofgarten mit Seitenflügel der Residenz

Unmittelbar an den unvergleichlichen Prachtbau der Residenz schließt sich der Hofgarten an. Wir wandeln in dichtüberwachsenen verschwiegenen Laubgängen, treten hinaus in den von den Strahlen der Sonne umschmeichelten Garten, sehen duftende Bosketts, mannigfaltig geformte Bassins mit niederstäubendem Wasserstrahl, Figuren, einzeln und in Gruppen und so manche perspektivische Überraschung. Der Garten wurde 1730 begonnen, 1770 vom Hofgärtner J. P. Mayer verändert, die architektonische Gesamtkomposition jedoch war schon von Balthasar Neumann geplant.



Würzburg: Tor mit Gitterkrönung an der Residenz Würzburg: Tor mit Gitterkrönung an der Residenz

Würzburg: Tor mit Gitterkrönung an der Residenz

Aus dem Skizzenbuch Balthasar Neumanns stammt auch der Entwurf zu dieser unvergleichlich schönen Gitterkrönung. Die technische, denkbar vollendelste Ausführung dieses Gitterwerkes, sowie der anderen Prunkgitter der Residenz lag in den Händen des tiroler Schlossermeisters Johann Georg Oegg. Nur vollkommenste Behandlung des Materials ermöglichte aus dem zähen Eisen die Bildung so graziöser Rokokoornamente mit ihrem zierlichen Geranke, Muscheln und Flammen.



 Würzburg: Die Domstraße mit Rathaus und Dom Würzburg: Die Domstraße mit Rathaus und Dom

Würzburg: Die Domstraße mit Rathaus und Dom

Vom Dom führt die immer stark belebte, altertümliche Domstraße zur alten Mainbrücke. Rechts steht der 1766 von Lukas van der Auvera gefertigte durch Neumanns Stil beeinflusste Vierröhrenbrunnen. Die linke Bildseite zeigt das Rathaus, eine Bautengruppe aus verschiedenen Jahrhunderten. Der älteste Teil im romanischen Stil stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Rathaus ist der älteste Profanbau Würzburgs.



Würzburg: Die Osttürme des Domes St. Kilian Würzburg: Die Osttürme des Domes St. Kilian

Würzburg: Die Osttürme des Domes St. Kilian

Bereits im Jahre 1034 begann Bischof Bruno mit dem Bau der Kathedralkirche, einem mächtigen romanischen Bau mit vier Türmen. Doch brauchte der Bau Jahrhunderte. Seine Baugeschichte zerlegt sich in drei Bauperioden. Auf dem Bild sehen wir die Osttürme mit dem Chor. Die Türme sind vom Viereck ins Achteck übersetzt, ein vornehmer Reiz ist erzielt durch den Farbenwechsel des Gesteins: grüngrau und roter Sandstein



Würzburg: Das Mittelschiff des Domes St. Kilian Würzburg: Das Mittelschiff des Domes St. Kilian

Würzburg: Das Mittelschiff des Domes St. Kilian

Wenn wir unter dem Haupteingang stehen und die Nachmittagssonne malerische Lichteffekte hervorzaubert überkommt uns eine feierliche Stimmung. Prunkvoll zeigt sich hier die Stuckverkleidung des Pietro Magno 1701-1704. Das ist die Pracht italienischen Spatbarocks. Jahrhunderte haben hier die verschiedensten Kunstwerke hinterlassen. Vom Denkstein des Bischofs Gottfried I. von Spitzenberg († 1191) bis zu den arbeiten Til Riemenschneiders.



 Würzburg: Blick von der alten Mainbrücke zur Marienburg Würzburg: Blick von der alten Mainbrücke zur Marienburg

Würzburg: Blick von der alten Mainbrücke zur Marienburg

Noch mit leichtem Morgennebel überzogen steht am Ende eines gewaltigen Wehrgefüges, fruchtbare Rebhänge umklammernd, das größte Bauwerk der Stadt, die Marienburg. In frühgeschichtlicher Zeit vermutlich als Fliehburg Zufluchtsstätte für die Siedler der Umgebung darf sie wohl als castellum virteburc angesehen werden, im Jahre 704 zuerst genannt. Die Festung hat von jeher Geschick und Geschichte der Stadt bestimmt. Stärkste Rüstung der Burg und Ausbau der Bollwerke geschah in der Folge der Erklärung zur Reichsfestung, anno 1648.



Würzburg: Marienkapelle und Haus zum Falken Würzburg: Marienkapelle und Haus zum Falken

Würzburg: Marienkapelle und Haus zum Falken

Unter dem Einfluss des großen Meisters Neumann entstand am Eingang zum Markt das Staatskleinod des Rokokostiles, das Haus zum Falken. Eine nicht aufdringliche und doch sehr üppige Fassadendekoration breitet sich heiter über die schlichten Flächen aus. Neben diesem ewig festlichen Bau steht der hochstrebende spätgotische Bau der Marienkapelle, erbaut von den Würzburger Bürgern im 14. Jahrhundert. Das Innere ist ein hoher dreischiffiger Hallenbau mit 8 freien Pfeilern. Die Kirche besitzt neben anderen Kunstwerken viele Werke aus der Hand des Meisters Til Riemenschneider.



Würzburg: Ludwigsbrücke mit Marienburg Würzburg: Ludwigsbrücke mit Marienburg

Würzburg: Ludwigsbrücke mit Marienburg

Eine der neueren Brücken über den Main ist die Ludwigsbrücke im Jahre 1895 erbaut. Wuchtige Löwengestalten geben dem steinernen Brückengeländer einen wirkungsvollen Abschluß. Auf der anderen Mainseite sehen wir die Marienburg der linke rebenbepflanzte Hang ist die bekannte Leistenlage. .... ,,Wundersam ist die Rieslingblume des Leistenweines, ein unwiderstehlich entzückender Duft weht von ihm entgegen; und ebenbürtig ist der Geschmack dessen edle Feinheit und zierliche Würze ohne gleichen ist“



Würzburg: Kranenturm gegen die Marienburg Würzburg: Kranenturm gegen die Marienburg

Würzburg: Kranenturm gegen die Marienburg

Am rechtsseitigen Mainufer steht ein oft bedrohtes, eigenartiges Bauwerk. Es ist dies der alte Kranenturm nach einem Entwurf von Franz Ignaz Neumann im Jahre 1707 ausgeführt. Der gedrungen aussehende Turm zeigt einen in Kalksteinquadern errichteten Aufbau bei kreisrundem Grundriss. Das Dach ist in zwei Teile zerlegt, der obere Teil ist drehbar. An der Vorderseite befindet sich eine Kartusche mit dem Wappen des Erbauers, links und rechts davon allegorische Figuren, die Frankonia und der Moenus



Würzburg: Wallfahrtskapelle auf dem Nikolausberg Würzburg: Wallfahrtskapelle auf dem Nikolausberg

Würzburg: Wallfahrtskapelle auf dem Nikolausberg

Das Bergkirchlein genannt das „Käppele“, über eine Anzahl steigender Rampen und Terrassen von der Stadt aus zu erreichen, wurde von Balthasar Neumann entworfen. Der lichtdurchflutete Innenraum trugt den Stempel der starken Persönlichkeit des großen Meisters, der auch hier als einer der glänzendsten und klarsten Dekorationskünstler der Rokokozeit erscheint. Welch lebhaftes Spiel loser Formen, welch frohe Farbigkeit der Deckenfresken? Die in den Seitenapsiden stehenden in Marmor ausgeführten Rokokoaltäre erhöhen noch das innere Leben.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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