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DEUTSCHE BILDER - DEUTSCHER GALERIEN 1900
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 24. Oktober 2009 um 13:14 Uhr

Wolf, Georg Jacob (1882-1936) Schriftsteller, Kunst- und Kulturhistoriker

Georg Jacob Wolf wurde am 8. Februar 1882 in München geboren. Herausgeber des „Bayernland“. 1922 unternahm er mit seinem Werk „König Ludwig der II. und seine Welt“ den Versuch, die monarchische und menschliche Tragödie um Ludwig II. in einer Untersuchung dazustellen. Das Buch wurde zu einem publizistischen Erfolg. Erstmals war es gelungen, die Hintergründe und die Zusammenhänge der königlichen Selbstisolation verständlich zu machen. Georg Jacob Wolf starb am 6. Juni 1936 in München.

Bildnis des Nürberger Patriziers Hieroymus Holzschuh Bildnis des Nürberger Patriziers Hieroymus Holzschuh

BERLIN / Kaiser Friedrich Museum / Albrecht Dürer (1471 — 1528) / Bildnis des Hieronymus Holzschuher. Photographie von F. Bruckmann A.-G. München.

Das Kaiser-Friedrich-Museum ist heute eine der stolzesten Kunstsammlungen der Welt unbeschadet seiner Jugend, denn es blickt auf ein kaum hundertjähriges Bestehen zurück. Seit etwa 1875 beginnt der märchenhafte Aufstieg des Museums; er bleibt für immer mit dem Namen Wilhelm von Bodes verbunden. Bode führte im Jahre 1884 auch Dürers Porträt des Nürnberger Patriziers Hieronymus Holzschuher der Sammlung zu; es wurde dafür die für jene Zeit ungemein hohe Summe von 500.000 Mark bezahlt. Das Holzschuher-Bildnis ist ein Werk aus Dürers letzter Schaffensperiode; Dürers reifes Können ist hier zusammengefasst, und so entstand eines der sprechendsten Porträts der deutschen Renaissance, ein Männerkopf, der einem kraftvollen deutschen Bürger gehört, eine Addition von Klarheit des Geistes und Festigkeit des Willens unter Hinzutritt des sicheren Gefühls für den eigenen Wert.

 



Cranach, Ruhe auf der Flucht Cranach, Ruhe auf der Flucht

BERLIN / Kaiser-Friedrich-Museum / Lukas Cranach (14-2—1555) / Ruhe auf der Flucht. Photographie von F. Bruckmann A.-G. München.

Ein poetisch-religiöses Genrestück, eine von musizierender Grazie erfüllte Legendengeschichte: so mutet dieses Frühwerk Cranachs an, das er als Zweiunddreißigjähriger im Jahre 1504 malte. Die Wertschätzung, die unsere Zeit dem vorübergehend etwas vernachlässigten Meister entgegenbringt, gilt besonders seinen Arbeiten aus den Jahren von 1500 - 1530; später verfiel er in Handwerksmäßigkeit, ließ die meisten Bilder von seinen Gehilfen ausführen und legte selbst nur die letzte Hand an. Hier dagegen ist ein Meisterwerk, das vom ersten bis zum letzten Strich Cranachs Eigentum ist, erfüllt von Stimmung und Tiefe der Auffassung, kompositionell eigenartig, koloristisch in tiefer, satter Glut der Farbe erstrahlend.



Baldung Grien, Anbetung der Könige Baldung Grien, Anbetung der Könige

BERLIN / Kaiser-Friedrich-Museum / Hans Baldung Grien (um 1480—1545) / Anbetung der Könige (Ausschnitt). Photographie von F. Bruckmann A.-G. München.

 

Aus dem großen, farbengewaltigen Anbetungs-Bild des oberdeutschen Malers Hans Baldung Grien, der in Straßburg lebte und wirkte und zu Mathias Grünewald in Beziehung gestanden zu haben scheint, ist hier ein Ausschnitt genommen, um Technik und Art des Meisters klarer zu veranschaulichen. Der „Dreikönigs-Altar“ dürfte um 1507 entstanden sein, gehört also der Frühzeit Hans Baldungs an; für eine gewisse feierliche Steifheit, die den Werken aus dieser Periode des Meisters eigen ist, entschädigt die Innigkeit der Empfindung und der ungemein konzentrierte Ausdruck.

 



Holbein, Bildnis des Georg Gisze Holbein, Bildnis des Georg Gisze

BERLIN / Kaiser -Friedrich -Museum / Hans Holbein d. J. (1447—1543) / Bildnis des Georg Gisze. Photographie von F. Bruckmann A.-G. München.

Der große schwäbische Meister Hans Holbein d. J., der von allen deutschen Malern der erste war, der internationalen Ruf genoss und als gesuchter Porträtist besonders in England viele Aufträge erledigte, hat gelegentlich seines zweiten Aufenthaltes in London im Jahre 1532 den damals vierunddreißigjährigen aus Danzig stammenden Kaufherrn Jörg Gisze (als den ihn die verschiedenen Briefaufschriften, die man auf dem Bild erblickt, ausweisen) in seiner Schreibstube porträtiert: ein wundervolles Jünglingsbild, wohl für die Braut des Gisze bestimmt, denn das Venetianerglas mit den Nelken kennzeichnet ihn als Bräutigam. Herrlich ist alles Stillebenhafte auf dem Gemälde, reizvoll bis ins kleinste Detail, rührend echt und wahr in seiner Stoffhaftigkeit, und doch von einem großen Zug, der das Beiwerk nicht über die Hauptsache, das beseelte Antlitz, den Sieg erringen lässt.



Amberg, Bildnis Sebastian Münsters Amberg, Bildnis Sebastian Münsters

BERLIN / Kaiser -Friedrich -Museum / Christoph Amberger (etwa 1500 — 1561) / Bildnis Sebastian Münsters. Photographie von F. Bruckmann A.-G. München.

In Christoph Ambergers, des Augsburger Malers, Kunst lebt der Geist des jüngeren Holbein, seines Landsmannes, weiter. Neben Kirchenbildern und Altären hat Amberger besonders dem Bildnis sein Interesse zugewandt; im Berliner Museum z. B. hängt außer dem hier reproduzierten Gemälde auch ein Porträt Karls des Fünften aus Ambergers Hand. Neben starker dekorativer Wirkung, in der sich die venetianischen Studienjahre Ambergers kundtun, eignet den Porträts des Meisters scharfe Charakteristik. Das Bildnis des Kosmographen Sebastian Münster ist der Typus des deutschen Humanistenbildnisses.

 

 

 

 

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