| Dem toten Dichter |
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Verhüll’, o Mecklenburg, dein Haupt;
Denn bittre Kunde traf dein Ohr:
Dein Stolz, dein Dichter sank ins Grab,
Gestorben ist dein liebstes Kind. Nicht du allein – das Vaterland, All’ deine Schwestern klagen mit, Soweit des Dichters süßer Mund Die Sprache deiner Kinder Trug. Wie weit! Auch fern in der Prairie, Wohin erst spät die Zeitung kommt, Wird fühlen das zerlesene Blatt Die Hand erzittern, die es hält.
Wer konnt’ ihm gram sein, welcher doch, Verfolgt ward in engherz’ger Zeit, Verfolgt, gefangen – dem die Saat Des Frühlings schnöd’ zerschlagen ward! Er aber trug durch Gram und Leid Im Herzen sein geweihtes Gut; Als seine Zeit gekommen war, Teilt’ er es aus, froh noch und frisch. Was Deutschlands Süden uns gebracht An Gaben, die dass Herz erfreun – Er wog es auf, ehrlich und gut, Und wie freigeb’ger Reichtum wägt. So schuf er für das Vaterland Ein Eigen, das unsterblich ist, Das nicht das Schwert erobern wird Mit Andrem, was das Schwert gewann. Lasst ruhn den Hader der Partei’, Und bannt hinweg des Zwistes Wort! Gefühl des Dankes ein’ uns All’, Die wir hintreten an dies Grab. Schlaf’ süß und wohl! An deine Gruft Kommt Schmähsucht nicht, nicht greift der Neid Nach deinem Kranze, der so schön Erworben. Schlaf, Fritz Reuter, wohl! Kladderadatsch, Band 27, Nr. 33, 19. Juli 1874 Fritz Reuter (7. November 1810 – 12. Juli 1874) einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Schriftsteller der Niederdeutschen Sprache
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Erkan Grantlhuber - 