| Die Küsten im Mecklenburgischen vor Besetzung durch französische Truppen |
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Augsburger Allgemeine Zeitung von 18. Juli 1810 Ein Schreiben aus Rostock vom 28 Juni in öffentlichen Blättern erzählt: „Die Engländer haben sich abermals vor Warnemünde gezeigt, und gedroht, dass sie alle Schiffe von Warnemünde und Rostock wegführen würden, wenn beide Orte nicht aufhörten, die Kaperschiffe zu begünstigen. Man ist dieserhalb in großer Verlegenheit. So ungern die mecklenburger Untertanen die Kaperer sehen, so sind sie doch genötigt, sie freundlich zu behandeln. Man fürchtet daher, dass die Küsten im Mecklenburgischen durch französische Truppen besetzt werden dürften, weil die mecklenburgischen Truppen zu schwach sind, den Engländern Widerstand zu leisten; auch gibt man ihnen Mangel an gutem Willen, gegen die Engländer zu fechten, schuld, welches jedoch hoffentlich nur eine Verleumdung ist. Das 1.900 Mann starke Mecklenburg-Schwerinische Militär ist übrigens ganz am französischem Fuße eingerichtet, d. h., zweckmäßig und mit Beseitigung aller Uniformspielereien und Tändeleien. — Während der Messe wurde hier eine Spielbank aufgehoben, die einige Herren von Adel etabliert hatten. Die Teilnehmer sollen nach den Gesetzen hart bestraft werden. In dem nahen Doberan sind jedoch Hazardspiele erlaubt. Se. Durchlaucht der Herzog sollen selbst dies Vergnügen lieben. Man verspricht sich sehr viel von dem diesjährigen Sommer im Bade zu Doberan.“ |

Erkan Grantlhuber - 