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Vermutlich, weil er Telefoniertussen nicht mag, die einen anrufen und eine Zeitschrift aufschwatzen wollen. Weit gefehlt. Am anderen Ende ist eine Frau. Die hat geschluckt, gestutzt und dann hat sie telepathisch das freundliche Lächeln von Mary gehört und akustisch ihren erklärenden Nachsatz: „Die Anrichte, wissen’S.“
Alles klar. Die Anrichte ist aus Mooreiche, die Dame am anderen Ende die bessere Hälfte von Erkans Clubkamerad Lugg. Und der Lugg holt morgen das zentnerschwere Stück ab, weil es in seinen oberbayerischen 42-Quadratmeter-Saloon besser passt als in der Grantlhuberin ihr schmales Atelier.
Der Erkan hat lachen müssen über die Frau-Frau-Kommunikation. Obwohl er beim Gedanken an die Mooreiche ein Gesicht macht wie neuerdings der Ötzi, dem sie eine kriminalphysiognomisch korrekte Visage rekonstruiert haben: traurig und ein bisserl hilflos.
Weil sie Recht hat, die Mary: die Anrichte ist zu groß und zu schwer und zu dunkel. Aber das Erbstück atmet Geschichte – da wird dem Hobbyhistoriker Erkan Grantlhuber schwer ums Herz beim Abschied von so einem Trumm Holz. Die Mooreiche kann leicht 5000 Jahre alt sein. Also kann der Wanderer vom Similaungletscher noch ihre Blätter rauschen gehört haben, bevor er zu seiner letzten Tour über die Alpen angetreten ist, die er nicht mehr geschafft hat. Dann deckte ihn der Gletscher zu bis zum 19.9.1991. Da war´s am Berg so warm geworden, dass das Eis den Ötzi wieder freigab. Der Erste an der Fundstelle, der laut „halt“ rief und darauf beharrte, dass die Leiche kein Fall für die Kriminaler, sondern einer für die Wissenschaft ist, war übrigens Reinhold Messner. Den hat der Grantlhuber heut beim Frühstück ins Gespräch gebracht, als die beste aller Ehefrauen eine Radiomeldung für die große Kraft der Frauen und die Energie der Mütter im Besonderen ins Feld führte: Eine Geburt, meinte ein Forscher, sei für eine Frau so anstrengend wie die Besteigung eines Viertausenders.
„Sappralott“, entfuhr es dem Grantlhuber, „dann bist Du ja umgerechnet auf zwei Achttausender gestiegen, und der Messner mit seinen 14 hätt gradsogut 28 Kinder haben können.“
„Quatschbabbler“, sagt die Mary. „Für Männer gilt das nicht. Der Messner hat seine Kinder ja nicht selber rausgedrückt.“
Dafür hat er seine vier leiblichen Nachkommen auf zwei Frauen verteilt. Vielleicht haben ihn deswegen die bayerischen Grünen nicht als Europa-Abgeordneten haben wollen.

 

Weil die Alternativen halt nicht so gut im Patchworken sind wie die CSU mit ihrem Horst Seehofer, sinniert er, der

Erkan Grantlhuber

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