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Ob der Karl Theodor der Ältere in seinen Fußnoten die Fußnoten selber oder überhaupt welche gesetzt hat, hätte ihn aber dann doch interessiert. den Erkan Grantlhuber. Andererseits will er keine 55 Euro für „Fußnoten“ ausgeben. Deswegen recherchiert er ein bisserl im Internet. Und findet Sachen, die er gar nicht gesucht hat. Lustige Sachen. Die Tatsache zum Beispiel, dass der „Ombudsmann für die Selbstkontrolle in der Wissenschaft der Universität Bayreuth“ Diethelm Klippel heißt. Derselbe Professor Klippel ist auch noch geschäftsführender Sprecher des Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ an derselben Universität. Und er gibt die „Zeitschrift für geistiges Eigentum“ heraus. Iatz werds Dog, denkt sich der Erkan. Auf Hochdeutsch ungefähr: „Da schau her, wie diese dunkle Sache bei Tageslicht aussieht!“ Wobei der Grantlhuber bei den Trägern seiner Lederhose schwört, dass er die Übersetzung nirgends abgeschrieben hat. Sein „Iatz werds Dog“ bezieht sich auf den Multifunktionär Klippel: Er sitzt einmal auf dem Stuhl des Kontrolleurs, der darüber wachen soll, dass die Forschung und Lehre in Bayreuth sauber bleibt. Jetzt muss er eingestehen, dass seine eigene Fakultät einen jungen Abgeordneten und Politik-Aufsteiger mit der Höchstnote zum Doktor gemacht hat, der sich als wissenschaftlicher Betrüger erwies: Karl Theodor zu Guttenberg den Jüngeren. Und drittens sitzt er in der Kommission, die diesen Betrug mit dem Entzug der Doktorwürde bestraft. Da wundert es den Grantlhuber nicht, dass der Entzug so knapp und schmerzlos ausfiel: Die Kommission berief sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 1939, das in Bayern immer noch gilt. Danach ist der Verwaltungsakt „Promovierung“ zurückzunehmen, wenn er auf Grund falscher Voraussetzungen erfolgte.
Bequem, denkt sich Grantlhuber. Da braucht die Uni Bayreuth nicht groß aufräumen in ihrem gschlamperten Promovierungs-Laden. Und ein bisserl dankbar muss man schon noch sein dürfen als fränkische Uni, wenn einem eine Firma runde 750.000 Euro spendet. Da wird man den Aufsichtsrat dieser Firma dann doch noch a bisserl promovieren dürfen. „Sowieso“, sagt Erkan mit ironischem Grinsen. Vor allem wenn die Firma einem ehrbaren Adelsgeschlecht wie den Guttenbergs gehört hat und ihr damaliger Aufsichtsrat Karl Theodor der Jüngere grad um die Zeit der Spende herum den dringenden Wunsch hatte, seinen Namen mit einem Doktortitel zu schmücken.
Aber der Karl Theodor ist ein Hans im Glück: Die dreiviertelte Spendenmillion der Guttenbergschen (Anteil der Familie bis 2002: 26,5 Prozent) Rhön-Klinikum AG getauscht gegen einen glänzenden Doktortitel. Den Doktortitel zügig weggeben – eine ganze Batterie publizistischer Nebelkerzen eingetauscht. Geschossen wird auf den erschlichenen Titel. Aber der Dampf verdeckt die Sicht darauf, dass der Verteidigungsminister der Rüstungsindustrie mindestens 400 Millionen Euro geschenkt hat, vielleicht sogar 1,5 Milliarden. Die 400 Millionen waren als Vertragsstrafe fällig für die verspätete Lieferung des Militärtransporters A400M, die restlichen 1100 Millionen gehen drauf dafür, dass jetzt weniger Maschinen zu einem höheren Preis geliefert werden. So einen Bock schießen und dafür in der deutschen Öffentlichkeit nicht zerpflückt werden, das muss einem schon einen „Dr. jur.“ wert sein, wenn man Kanzler werden will, meint

 

Erkan Grantlhuber

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